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Arge Alp Endbericht „Energieeffizienz und Klimaschutz im Alpenraum“ vorgestellt

Logo Arge Alp Projet "Energieeffizienz und Klimaschutz im Alpenraum"
Während der 48. Konferenz der Regierungschefs der Arbeitsgemeinschaft Alpenländer (Arge Alp) hat Landesrat Richard Theiner den Endbericht des Projektes „Energieeffizienz und Klimaschutz um Alpenraum“ vorgestellt. Dieser untersuchte die regionalen Energie- und Klimaschutzstrategien, deren Ziel es ist, die Energieeffizienz und den Ausbau erneuerbarer Energien in Gebäudesektor zu erhöhen, sowie die Akzeptanz der getroffenen Maßnahmen durch die Bevölkerung.

18 Monate lang war die Agentur für Energie Südtirol - KlimaHaus Trägerin des Projekts „Energieeffizienz und Klimaschutz im Alpenraum“. Der Endbericht fasst nun alle Forschungsergebnisse zusammen. Vor dem Hintergrund, dass auf den europäischen Gebäudesektor 40% des Energieverbrauchs und 36% der Treibhausgasemissionen entfallen, werden in der Europäischen Union (EU) und somit auch im Alpenraum verstärkt Maßnahmen ergriffen, um den Gebäudepark energieeffizienter zu gestalten. Die Maßnahmen sind mittelfristig ein Schritt zur Erreichung des Ziels der EU, die Energieeffizienz bis 2020 um 20% und bis 2030 um mindestens 27% zu steigern und leisten langfristig einen Beitrag zum Klimaschutz. Der Bericht untersuchte die europäischen und nationalen politischen Rahmenbedingungen für die Energie- und Klimapolitik in den Arge Alp Regionen und analysierte die Klima- und Energiestrategien der einzelnen Regionen. Fachangestellte auf administrativer Ebene wurden zur regionalen Energie- und Klimapolitik und zu ihrer Umsetzung im Gebäudebereich befragt. Zwei Bevölkerungsumfragen, die Ansichten zu und Erfahrungen mit Energieeffizienz in Wohngebäuden und im Alltag erfassen, schließen den Bericht ab.

Ausgewählte Forschungserkenntnisse auf einen Blick:
  • Die billigste und sauberste Energie ist diejenige, die nicht erzeugt oder verbraucht werden muss. Energieeffizienzmaßnahmen führen zu Energieeinsparungen und sind somit ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.
  • Die besonders energieintensive und teilweise veraltete Bausubstanz im Alpenraum bietet große Potenziale für Energieeinsparungen und die Steigerung der Energieeffizienz.
  • Energieeffizienzmaßnahmen im Arge Alp Raum sind in das komplexe politische Mehrebenensystem von EU, Nationalstaaten und Regionen eingebunden.
  • Die Arge Alp Regionen haben im Gebäudesektor weitreichende Kompetenzen. Dies führt zu einer Heterogenität an Standards, Fördermodellen und Zertifizierungssystemen.
  • Fachangestellte beurteilen Gemeindeprogramme, die Kommunen beim Umsetzen von energiepolitischen Maßnahmen unterstützen, als sehr effektiv, bemängeln jedoch den unzureichenden Zugang zu Informationen über Fördermittel, sowie deren teilweise Unverständlichkeit und Unübersichtlichkeit.
  • Bürgerinnen und Bürger der Arge Alp Regionen erkennen Energieeffizienzmaßnahmen als Beitrag zum Klimaschutz an und räumen ihnen einen hohen Stellenwert ein.
  • Maßnahmen wie energetische Gebäudezertifizierungen und Energielabels für energieverbrauchende Produkte wie Haushaltsgeräte sind in der Bevölkerung weitgehend bekannt.
  • Informationen über Fördermöglichkeiten für energieeffizientes Bauen und Sanieren werden von der Bevölkerung oftmals als schwer zugänglich oder unverständlich empfunden.
  • Potenziale liegen vor allem in der verstärkten Zusammenarbeit der Arge Alp Regionen beim Austausch von guten Praktiken, bei der teilweisen Harmonisierung von Standards und bei der Vereinfachung von Fördermodellen.

Der Schwerpunkt der Konferenz der Regierungschefs der Arge Alp Regionen lag auf den Bereichen Mobilität und Konnektivität. Verschiedene Projekte wurden auf den Weg gebracht. Die Agentur für Energie Südtirol - KlimaHaus wird sich am Projekt „Energieeffizienz in KMU“ beteiligen, welches in Workshops gute Praktiken zur Steigerung der Energieeffizienz in KMU sammeln wird und eine Kommunikationsstrategie erarbeiten wird. Das Projekt startet im Jahr 2017 und wird von der Energieagentur St. Gallen geleitet. Den kompletten Endbericht des Projekts „Energieeffizienz und Klimaschutz im Alpenraum“ können Sie hier lesen und downloaden.
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